Publikation vom 24/08/2020

Reihe „Neuere Lyrik“, Band 8.2: Schwellenzeit – Gattungstransitionen – Grenzerfahrungen; Sergej Birjukov zum 70. Geburtstag

Herausgeber:
Matthias Fechner, Henrieke Stahl
ISBN:
978-3-631-83439-8
DOI:
https://doi.org/10.3726/b17545

Liminalität ist ein Signum der Gegenwart. Die neuere Literatur, insbesondere die Lyrik, nimmt seismographisch liminale Phänomene der Gegenwart wahr und bildet vielfältige liminale Formen und Funktionen aus. Zentral betroffen ist das sprechende Subjekt, das in Transition versetzt wird: Zersetzung, Auflösung, Fluidität, aber auch Transparenz und Transformation öffnen seine Grenzen zum Anderen: zu den Mitmenschen, der Natur oder auch der Transzendenz. Der vorliegende Band vereint Aufsätze, die Liminalität in Bezug auf Schwellenzeit als conditio historiae der Gegenwart, auf Gattungstransitionen und auf Grenzerfahrungen des Subjekts behandeln. Der Schwerpunkt liegt auf russisch- und deutschsprachigen Gedichten. Darüber hinaus werden weitere slavische und ostasiatische Literaturen einzeln und komparatistisch behandelt sowie andere Gattungen, intermediale Formen und philosophische Perspektiven einbezogen.

Inhalt:

  1. Schwellenzeit – Gattungstransitionen – Grenzerfahrungen
    Henrieke Stahl 
  2. „wir, alle, haben einen Ort verloren, den kein / anderer ersetzt“ – Lyrische Subjektivität und Globalisierung in der deutschen Lyrik des 21. Jahrhunderts
    Peter Geist 
  3. Liminale Entwicklungen. Ein Blick auf die Darstellung ökonomischer Zusammenhänge in der deutschsprachigen Literatur. Vom Sturm und Drang bis zur Gegenwart
    Matthias Fechner 
  4. Deutschsprachige Migrantendichtung und das liminale lyrische Ich
    Tatiana Andreiushkina 
  5. Japanophone Poems in Motion: Languagescapes of Itō Hiromi and Tian Yuan
    Yoshitaka Hibi 
  6. Wenn ein Lyriker einen Roman schreibt: Liminalität und Subjektivität in Lutz Seilers „Kruso“
    Еkaterina Friedrichs 
  7. Vom Selbstverlust erzählen. Die Schwellenerfahrung der Alzheimerdemenz als poesiologische Herausforderung für die Literatur der Jahrtausendwende
    Claudia Hillebrandt 
  8. Divergenz der Vermögen in Zeiten geschichtlicher Überschwelligkeit. Günther Anders’ Gesellschaftskritik in Zeiten des Anthropozän
    Harald Schwaetzer 
  9. Lyrik und die Grenzen der Sprache
    Rüdiger Zymner 
  10. Das poetische Subjekt von Sergej Birjukov als Akteur der „metahistorischen Avantgarde“
    Mikhail Pavlovec 
  11. Die Pluralität des poetischen und künstlerischen Subjekts als liminaler Habitus im Spätwerk Dmitrij Prigovs
    Rainer Grübel 
  12. «Дальше, пожалуйста, без меня»: The Limits of Literature in Short Experimental Prose
    Ainsley Morse 
  13. The Lyric and the Dramatic: Transitional Forms in Russian Poetry since the 1960s
    Henrieke Stahl 
  14. A Faceless Subject: Exploring Impersonal Subjectivity through Poems by Wang Wei, Paul Celan, and Wang Yipei
    Yi Chen 
  15. The Ethics of Grammar in Anna Glazova’s Nature Lyric
    Luba Golburt 
  16. Grenzen, Deterritorialisierung und Entwürfe einer National-dichtung in der südöstlichen Ukraine (Sergej Žadan, Igor’ Bobyrev und Anatolij Kaplan)
    Kirill Korchagin 
  17. New Media and the Liminal Subject in Contemporary Ukrainian Poetry (Dmytro Lazutkin’s Poem „Requiem“ and its Versions on YouTube)
    Anna Fees 
  18. Dissens und Diglossie: Der implizite (Nicht)Leser und das (bela)russische Subjekt in Dmitrij Strocevs „Flickenode“
    Yaraslava Ananka / Heinrich Kirschbaum 
  19. Potentialities of Disruption: Polina Barskova’s and Linor Goralik’s Liminal Subjects
    Mark Lipovetsky 
  20. Das Subjekt als Sprache an der Grenze zum Nichts in der Erzählung „Mediterraner Krieg“ von Andrej Levkin
    Juliana Kaminskaja 
  21. „Meine Sozialisation ist das Lager.“ Zu den „Russlandgedichten“ der deportierten Dichter Oskar Pastior und Yoshirō Ishihara
    Hiroshi Yamamoto 
  22. Tanikawa Shuntarōs Konstruktion eines Mythos von Menschwerdung und Sprachfähigkeit – Eine Lehrdichtung? Über die „Pseudo-Fragmente des Talamaika-Stamms“ („Taramaika gisho zanketsu“, 1978)
    Eduard Klopfenstein 
  23. Jeder Klarträumer ein Poet? Vom Künstler- und Spielersubjekt im luziden Traum
    Carolin Buchheit 
  24. Ein Beitrag zur Poetik des Transitorischen. Metaphysische Perzeption und lyrische Faktur bei Elena Švarc und Gennadij Ajgi
    Angelika Schmitt