Weitere Veranstaltungen, 10. November 2022

Förderpreis für Alexandra Tretakov

Zeit:
10. November 2022
Ort:
Universität Trier, Audimax
Sprache:
  Deutsch
Referent/in:

Alexandra Tretakov hat einen der Förderpreis 2022 des Freundeskreises Trierer Universität e.V. für herausragende Dissertationen für ihre Dissertation „Paul Celan in Russland. Rezeption – Übersetzung – Wirkung“ gewonnen. Die Arbeit ist zum Druck in der Reihe „Lyrik-Forschung. Neue Arbeiten zur Theorie und Geschichte der Lyrik“ beim Verlag Metzler angenommen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Dies Academicus am Donnerstag, den 10. November 2022 statt.

Wir gratulieren herzlich!

Frau Tretakov hat ihre Arbeit im Rahmen einer dreijährigen Doktoranden-Mitarbeiterstelle der DFG-Kollegforschungsgruppe FOR 2603 an der Universität Trier geschrieben. Die Dissertation ist zugleich einerseits einem hochgradig erforschten Gegenstand (Paul Celan) und andererseits einem fast überhaupt nicht erforschten Gebiet, der poetischen Übersetzung von Gedichten Celans ins Russische, gewidmet; die Übersetzung neuerer Lyrik ist ein seltener Forschungsgegenstand, und dieses gilt umso mehr für die Übersetzung in das Russische insbesondere auch der jüngsten Zeit. Frau Tretakov leistet in beiden Gebieten innovative Ergebnisse: Es gelingt ihr, zu den wohl meist erforschten Gedichten Celans wie „Todesfuge“ oder „Psalm“ neue Einsichten zu eröffnen. Vor allem aber analysiert sie erstmals die Vielzahl von russischen Übersetzungen besonders bedeutsamer Gedichte Celans systematisch und erforscht die Veränderung der Übersetzungsweise seit der Sowjetzeit bis zur Gegenwart. Auch methodisch eröffnet ihre Arbeit wegweisende Perspektiven, indem sie die Übersetzungspluralität bzw. Mehrfachübersetzung als dialogischen Prozess sowohl mit dem Ursprungstext als auch mit den anderen Übersetzungen und dem eigenen poetischen Schaffen im Fall der Übersetzung durch LyrikerInnen erschließt. Der Dissertation kommt besondere, fachübergreifende Bedeutung insofern zu, als dass sie zwischen zwei Literaturen bzw. Kulturen – der deutschen und der russischen -, sowie zwischen zwei Philologien – der Slavistik und der Germanistik – vermittelt und Impulse für eine produktive interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden Fächer gibt.