Kurzbericht zur Konferenz „Ein Gespräch über Bäume“ – Europäische Naturlyrik nach 1945

Kurzbericht zur Konferenz „Ein Gespräch über Bäume“ – Europäische Naturlyrik nach 1945. Universität Bergamo, 22.-23.

Oktober 2019

Organisatorisch und inhaltlich beteiligte sich die DFG-Kolleg-Forschungsgruppe FOR 2603 an der Konferenz „Ein Gespräch über Bäume“ – Europäische Naturlyrik nach 1945 an der Universität Bergamo (22.-23. Oktober 2019). Verantwortlich waren dabei die Projektleiterin der Forschungsgruppe Prof. Henrieke Stahl (Universität Trier), Prof. Amelia Valtolina (Universität Bergamo) und Prof. Michael Braun (Konrad Adenauer Stiftung / Universität Köln).

Einen Schwerpunkt der Beiträge setzte die Germanistik, die hier vor allem durch Wissenschaftlerinnen aus Italien vertreten war. Amelia Valtolina (Bergamo) sprach über die bewusst provokative Darstellung von Natur in den Gedichten von Sarah Kirsch. Camilla Miglio (La Sapienza, Rom) thematisierte, im Rekurs auf die Naturwissenschaften, Paul Celans „Engführung“. Raul Calzoni (Bergamo) widmete seinen Vortrag W.G. Sebalds Elementargedicht „Nach der Natur“ und Lorella Bosco (Bari) analysierte die Fortschreibung des Lehrgedichts in der Gegenwartsliteratur. Die Mitglieder der Forschungsgruppe, unterstützt durch aktuelle und ehemalige Fellows, brachten weitere Perspektiven ein: Friederike Reents (Trier/Heidelberg) setzte sich mit Thomas Klings Verständnis von Naturlyrik auseinander. Juliana Kaminskaja (Trier/St. Petersburg) sprach über Bäume und Kräuter im Werk Friederike Mayröckers, Peter Geist (Berlin/Dresden) öffnete den Blick auf die Naturmotivik in der deutschen Gegenwartslyrik, während Reiner Grübel (Oldenburg) Naturgedichte Durs Grünbeins interpretierte. Dieter Burdorf (Leipzig) erschloss neue Interpretationen von Ingeborgs Bachmanns politischen (und lyrischen) Landschaften. Geographisch nach Westen bewegte sich Michael Braun (Köln/Adenauer Stiftung), der die Loreley in der deutschsprachigen Gegenwartsdichtung behandelte, gefolgt von Jürgen Ritte (Sorbonne-Nouvelle, Paris 3), der Jean Kriers Seestücke/Sehstücke fokussierte, und Matthias Fechner (Trier), mit Vorstellungen von Natur-Lyrik aus verschiedenen französischsprachigen Regionen Europas. Den komparatistischen Zugang vertrat Henrieke Stahl (Trier) durch einen Vergleich der Lyrik von Christian Lehnert, Gennadi Ajgi und Les Murray.