Vortragsreihe: Teufel, Spießbürger, Apostel: Kant im Spiegel der russischen Kultur

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Professor Dr. Alexei N. Krouglov,

Russische Staatliche Universität für Geisteswissenschaften, Moskau

Vortragsreihe 2: Teufel, Spießbürger, Apostel: Kant im Spiegel der russischen Kultur

Kein anderer deutscher und überhaupt westeuropäischer Philosoph wurde in Russland so kontrovers – von einem Enthusiasmus bis zu einer Idiosynkrasie – wahrgenommen wie Kant. Die überspannte Palette der russischen Bilder Kants geht von einer Verkörperung des Teufels bis zu einer Repräsentation Jesu. Auch die Persönlichkeit Kants selbst wird in einem Spagat zwischen einem Spießbürger und tugendhaften Weisen, zwischen einem untertänigsten Feigling und mutigen Revolutionär gedeutet.

Die Vortragsreihe behandelt verschiedene Phasen der Verbreitung und der Rezeption der Philosophie Kants in Russland: die Zeit des siebenjährigen Krieges und des russischen Königsberg, die erste Rezeption der kritischen Werke am Ende des 18. Jahrhunderts, die staatliche Propagierung der kantischen Philosophie und die administrative Verfolgung der Kantianer im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, die Konfrontierung mit der kantischen Philosophie an den Geistlichen Akademien, die Entstehung der ersten Übersetzungen der Kritiken Kants und ihre Folgen, neukantianistische Umdeutung der kantischen Philosophie am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, der erbitterte und leidenschaftliche Kampf gegen die kantische Philosophie in der russischen Religionsphilosophie des 20. Jahrhunderts, die marxistische Einbeziehung der Philosophie Kants in den dialektischen Materialismus, militarisierende Deutungen der kantischen Philosophie während des Ersten Weltkrieges und Abstempelungen als (vor)faschistischer Philosophie während des Zweiten Weltkriegs, Forschungen der Rezeptionsgeschichte der kantischen Philosophie in der Sowjetunion der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den heutigen Stand der Kantforschung in Russland.

Die literarische Verarbeitung der Philosophie Kants war und ist eine wichtige Eigenart der russischen Literatur. In der Vortragsreihe werden neben rein philosophischen auch verschiedene Deutungen der kantischen Philosophie in literarischen Werken russischer Schriftsteller und Dichter des 19. und des 20. Jahrhunderts erörtert.

 

(1) Kant und Kantianismus in der russischen Kultur: Einführung – Kant im russischen Königsberg 20. April
Teil 1Teil 2
(2) „Von Kant zu Krupp“: Polemik gegen Kant am Anfang des 20. Jahrhunderts – 27. April
Teil 1Teil 2
(3) „Faschistische Falsifikationen der klassischen deutschen Philosophie“: der Streit um Kant während des Großen Vaterländischen Krieges 4. Mai
Teil 1Teil 2Teil 3(4) Lifesitzung: Fragen und Diskussionen – 11. bis 15. Mai

(5) „Kant ist ein Staatsschriftsteller“: Kant und das Naturrecht in Russland – 18. Mai
Teil 1Teil 2

(6) „Der Pfeiler des Hasses wider Gott“: Kant an den Geistlichen Akademien in Russland – 25. Mai
Teil 1Teil 2

(7) Kant vom Russland und von den Russen – 8. Juni
Teil 1Teil 2

(8) Lifesitzung: Fragen und Diskussionen – 15. bis 19. Juni

(9) „Ein Verehrer Kants und ein Dichter“: Kant in der russischen Lyrik und Prosa im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts – 22. Juni
Teil 1Teil 2

(10)„…Kant nach Solowki zu verbannen“: Die Persönlichkeit Kants in der russischen Prosa im 20. Jahrhundert – 29. Juni
Teil 1Teil 2Teil 3

(11) „Der reine Raum ohne Galoschen“: Kants Lehre vom Raum und Zeit in der russischen Lyrik des 20. Jahrhunderts – 6. Juli
Teil 1Teil 2

(12) Die Memorialisierung Kants in der russischen Literatur – 13. Juli
Teil 1Teil 2


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