Lea Schneider: Vortrag und Dichterlesung in Trier

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Es dürfte weltweit kaum eine Literatur geben, die so sehr auf Übersetzungen gebaut wurde wie die chinesische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Allein zwischen 1900 und 1911 erschienen in China gut 1000 Übersetzungen europäischer, russischer, japanischer, indischer Romane, Gedichtbände und Theaterstücke; um die Konzepte und Ideen darin sagbar zu machen, entwickelten chinesische Übersetzer*innen knapp 2000 Neologismen und grammatikalische Neuerungen, die zur Grundlage der modernen chinesischen Sprache und einer „Literaturrevolution“ (文学革命) werden sollten. 2017/2018 feiert die chinesische Literaturwissenschaft 100 Jahre „Neue Lyrik“ (新诗) – Zeit, sich mit dieser konstitutiv kosmopolitischen Kunstform zu befassen. Der Vortrag versucht, einen kurzen Überblick über die vielen Strömungen der chinesischen Gegenwartslyrik, ihre Vertreter*innen und die Traditionslinien des internationalen Rezipierens zu geben.

Lea Schneider lebt als Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin in Berlin.
  • Von 2008 bis 2015 Studium der Komparatistik, Sinologie und Soziologie in Berlin, Shanghai, Taipei und Frankfurt/Oder.
  • 2014 Auszeichnung mit dem Dresdner Lyrikpreis.
  • 2015 Kuratorin für das Poesiefestival Berlin und Stipendiatin im Künstlerhaus Edenkoben.
  • 2016 Writer-in-residence am Goethe-Institut Nanjing und Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds.
Von ihr erschienen „Invasion rückwärts“ (2014), „O0“ (2016, in Kooperation mit Tillmann Severin), „CHINABOX. Neue Lyrik aus der Volksrepublik“ (2016) und „internationaler tag der reparatur“ (2016). Gemeinsam mit dem Lyrikkollketiv G13 arbeitet sie an kollaborativen Formen des Schreibens und an der Schnittstelle von Lyrik und Performance.