Poetische Lesung mit Gerhard Falkner und Sergej Birjukov

 

Dichterlesungen

16.05.2018, Raum B13

18.30-19.30 Gerhard Falkner: „Ignatien“ und andere Gedichte (deutsch)

19.45-20.30 Sergej Birjukov: „Звуковые соответствия“ (russisch/deutsch)

Im Rahmen der DFG-Kollegforschungsgruppe „Russischsprachige Lyrik in Transition“ finden zwei Lyriklesungen statt, die Einblick in zwei unterschiedliche experimentelle Sprachpoetiken aus Deutschland und Russland eröffnen. Die russischen Texte werden auch in deutscher Übersetzung gelesen.

Gerhard Falkners dichterisches Gesamtwerk ragt in der deutschsprachigen Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts heraus. Dieser Autor misst sich an dem, was mit am schwersten zu bewerkstelligen ist: Melancholie ohne Larmoyanz, Erhabenheit ohne Schwulst, Sarkasmus ohne zynische Beimengungen. Obsession, Präzision und Eingesenktsein in die Tradition verbinden sich meisterlich zum Gedichtschönen in einer „scharfzüngigen Katerstimmung“ (Erk Grimm). Von Beginn an folgt dabei der Lyriker seiner Maxime: „Gedichte… müssen geschehen wie Katastrophen, elementern, uneindämmbar. Sie müssen die katakombische Sprache, diese Ursache des Dunklen und Mühsamen, zerschmettern, ausspülen, ins Licht rücken.“

Sergej Birjukov, Dichter, Philologe und Theoretiker, „modelliert die Rolle des Bewahrers und Valorisators der historischen Avantgarde und des Akteurs der metahistorischen Avantgarde als eines renommierten Teils des gesamten literarischen Raums“ (Mikhail Pavlovets). Der Sprachartist stellt seine Lyrik als mit Musik verwandte „tönende Materie“ vor, die im Sprechen selbst jedes Mal neuerschaffen wird. Seine russisch-deutsche Lesung ist Performance einer transitiven, transrationalen und sogar translingualen Wortmusik.

 

 

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