Gastvortrag, 1. Juli 2020

Live-Vortrag – Daniel Graziadei: „Verstehen, Missverstehen und Nichtverstehen in zeitgenössischer hispanoamerikanischer Dichtung“

Zeit:
1. Juli 2020, 14:00 - 16:00
Plattform:
Zoom
Anmeldung:
Per Mail an baharova@uni-trier.de
Sprache:
Deutsch

Für die Teilnahme an der Vortragsveranstaltung melden Sie sich bitte bis zum 30.6.2020 bei Frau Baharova per Mail an: baharova@uni-trier.de.

Verstehen, Missverstehen und Nichtverstehen in zeitgenössischer hispanoamerikanischer Dichtung

Im Bereich der hispanophonen Literaturen gerät die spannungsreiche Beziehung zwischen Verstehen und Dichtung spätestens im Barock, mit dem polemischen Streit zwischen Quevedo und Góngora um einen vermeintlich klar verständlichen bzw. hochkomplexen Stil, in die Aufmerksamkeit der Literaten und Leser. Fragen der Rhetorik werden damit zu Fragen der Poetik und erzeugen bis heute Ein- und Ausschlussmechanismen im literarischen Feld. In meinem Vortag möchte ich zeitgenössische hispanoamerikanische Dichtung in Bezug auf ihre Zugänglichkeit und Verständlichkeit hin untersuchen, aber vor allem auf ihre dezidierte Behandlung von kognitiven Prozessen des Verstehens, Missverstehens und Nichtverstehens. Die Beispiele hierzu stammen in erster Linie aus der jungen hispanoamerikanischen Lyrik des 21. Jahrhunderts.

Dr. Daniel Graziadei ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Gründungsmitglied der internationalen Forschergruppe Island Poetics und Mitglied der transmedialen Künstlergruppe mo|men|tos, Übersetzer von Lyrik aus dem Italienischen und Spanischen, Poet und Improvisationsdichter an der Schreibmaschine (www.danwillschreiben.de). Daniel Graziadei forscht derzeit zu Formen und Verwendungen von interkulturellen Missverständnissen in der Literatur.

Monographien:

McOndo, Crack und Avant-Pop: Neueste Entwicklungen der spanischsprachigen und englischsprachigen Literatur der Americas (Magisterarbeit; VDM 2008).

geh dichter (Dichtung; Iduna 2010)

Insel(n) im Archipel. Zur Verwendung einer Raumfigur in den zeitgenössischen anglo-, franko- und hispanophonen Literaturen der Karibik (überarbeitete und erweiterte Dissertation; Fink 2017).