„Erdkunde“ – Erkundung von Welt in der europäischen Gegenwartslyrik

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Sächsischen Akademie der Künste, der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Russischsprachige Lyrik in Transition“ an der Universität Trier und des „Haus des Buches“ Leipzig

„Erdkunde“, ein Gedichtbandtitel von Marcel Beyer, ist das Stichwort für das Anliegen der Lesung von Lyrikerinnen und Lyrikern europäischen Ranges: Marcel Beyer, Róža Domašcyna, Kerstin Hensel und Olga Martynova loten jene geographisch gegebenen und historischen Tiefenschichten aus, die in Vergangenheit und Gegenwart zu Schauplätzen von Kriegen, Konflikten und dem Zerreißen des europäischen Kontinents geworden sind. Auf je eigene Weise fokussieren ihre Gedichte das Ineinander von Ich- und Welterkundung in den Zeiten der Globalisierung und offenbaren überraschende Blickwinkel und poetische Folgerungen.

Diesen und vergleichbaren Ambitionen in der weltweiten Vernetzung nachzugehen, bestimmt die Intentionen der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Russischsprachige Lyrik in Transition“. Flankierend stellt sie an diesem Abend Projektleiterin Henrieke Stahl vor. Über mehrere Jahre arbeiten Wissenschaftler aus mehr als 25 Ländern zusammen, um in der Lyrik seit Ausgang des 20. Jahrhunderts das Verhältnis von Individuellem, Nationalem und Globalem zu justieren und Grenzen bzw. Grenzüberschreitungen von Gattungen, Sprachen, Kulturen und Gesellschaften zu umreißen.

Moderation: Peter Geist

Donnerstag, 04. April 2019

19:00 Uhr

Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig